Die private Haftpflichtversicherung ersetzt Schäden nur zum Zeitwert.

Das Missgeschick ist passiert – vielleicht aus Unachtsamkeit heraus hat man fremdes Eigentum beschädigt und wünscht sich als Kunde einer Privathaftpflichtversicherung nun eine zügige und unkomplizierte Schadenabwicklung.
Der Geschädigte freut sich in den meisten Fällen nun auch nicht unbedingt darüber, dass sein Eigentum beschädigt wurde und wünscht sich möglichst so gestellt zu werden, als sei der Schaden gar nicht passiert. Gut, wenn man über eine private Haftpflichtversicherung abgesichert ist.


Schadenmeldungen werden aufgenommen und weitergeleitet, Rechnungen, Fotos und eventuell auch Gutachten angefertigt und eingereicht.
Und dann passiert es manchmal, dass die geleistete Entschädigung geringer ist, als das, was der Geschädigte sich vorgestellt hat.

Wieder mal ein typisches Beispiel, dass Versicherungen nur Prämien kassieren und nicht zahlen?

Nicht unbedingt!

Wann leistet eine Privathaftpflichtversicherung?

Die Privathaftpflichtversicherung stellt den Versicherungsnehmer von begründeten Ansprüchen Dritter frei oder wehrt unbegründete Schadenersatzansprüche ab.

Abgezielt wird hier auf die gesetzliche Haftung.
Damit ein Anspruch begründet ist, muss der Schaden durch Verschulden (fahrlässiges /auch grob fahrlässiges Handeln) des Versicherungsnehmers oder einer mitversicherten Person im privaten Bereich entstanden sein.

Im § 823 Abs. 1 BGB ist dazu geregelt: „Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.“

In welcher Höhe leistet die Privathaftpflichtversicherung?

Grundsätzlich wird bei der Schadenregulierung der Zeitwert der beschädigten Sache herangezogen – das ist der Wert der beschädigten Sache zum Zeitpunkt des Schadens. Vom Neuwert oder aktuellen Wiederbeschaffungswert werden dann Verschleiß und / oder Beschädigungen abgezogen. Da die exakte Bestimmung häufig zu aufwendig oder sogar unmöglich ist, wird die mittlere Nutzungsdauer zugrunde gelegt und so der Zeitwert bestimmt.

Einige Beispiele:

  • Ein Monitor hat eine durchschnittliche Nutzungsdauer von 7 Jahren. Ein 2012 für 300 € gekaufter Monitor hat in 2014 also noch einen Zeitwert von ca. 214 €.
  • Ein Laminatboden hat eine durchschnittliche Lebensdauer von 10 Jahren (AG Steinfurt Az. 4C 168/05). Ein 2005 für 2.000 € verlegter Laminat hat 2014 folglich noch einen Zeitwert von 200 €.
  • Eine Parkettversiegelung hat eine durchschnittliche Nutzungsdauer von 12 Jahren. Beschädigt ein Mieter im Jahr 2014 ein 2010 für 1.500 € versiegeltes Parkett, hat dieses noch einen Zeitwert von ca. 1.000 €.

Liegen die Reparaturkosten einer beschädigten Sache unterhalb des Zeitwertes, werden diese grundsätzlich übernommen, abzüglich der Mehrwertsteuer (fiktive Abrechnung). Wurde die Reparatur dann tatsächlich durchgeführt, wird auch die Mehrwertsteuer gezahlt.

Wenn die Haftpflichtversicherung dann nicht oder nur teilweise leistet

Hier sollte man moralische und rechtliche Verantwortung trennen. Selbstverständlich ist es unangenehm, wenn einem Geschädigten mitgeteilt wird, dass er keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Entschädigung hat oder er „nur“ den Zeitwert entschädigt bekommt. Andererseits ist auch verständlich, dass die Versichertengemeinschaft nicht dafür herhalten kann, unberechtigte Ansprüche dem Grunde oder der Höhe nach zu befriedigen. Bei kleineren Schadensummen wird häufig aus Kulanz heraus reguliert, ohne dass ein tatsächlicher Anspruch besteht. Jede Ablehnung oder anteilige Schadenregulierung sollte in jedem Fall überprüft werden. Nicht immer liegen die Versicherungsgesellschaften mit ihrer ersten Einschätzung richtig.

Ich rate meinen Kunden in Schadensfällen meine Schadenhilfe (im gesetzlichen Rahmen) in Anspruch zu nehmen und über Zusatzdeckungen nicht versicherte Risiken in die Haftpflichtversicherung einzuschließen.

UPDATE:

Auf Wunsch unterbreite ich Ihnen gerne einen Vorschlag für eine Privathaftpflichtversicherung, die über die gesetzliche Haftpflicht hinaus auf Wunsch des Versicherten den Neuwert (bis zu 3.000 EUR) entschädigt!


Hinweis: von Anfragen bezüglich konkreter Schadenregulierungen bitte ich abzusehen, da ich hier nur meine Kunden beraten darf (Gesetz über außergerichtliche Rechtsdienstleistungen – RDG).

Haftpflichtversicherung und Zeitwert
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25 Gedanken zu „Haftpflichtversicherung und Zeitwert

  • 22. April 2017 um 10:39
    Permalink

    Hallo ich habe da mal eine Frage ich ziehe zum Ende nächsten Monats aus. Jetzt ist es so das der Laminat der da verlegt ist schon einige Kratzer und teils auch größere Flächen abgesplittert sind. Jetzt stellt sich mir die Frage wann ich das denn Rinder Versicherung melde. Denn normalerweise meldet man ja ein Schaden wenn man den verursacht hat. Aber das ein oder andere sieht man erst wenn alles aus der Wohnung raus ist. Und ich möchte nicht meine Versicherung bescheissen. Also würde das schon gerne alles richtig machen. Danke für Ihre Antwort im Voraus. Lieben Gruß

    Antworten
    • Uwe Wolff
      25. April 2017 um 10:07
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      Hallo Herr Witowski,
      aus rechtlichen Gründen darf ich keine individuelle Rechtsberatung erbringen, aber durchaus grundsätzliche Hinweise geben.
      Geht die Beschädigung des Bodens über die normalen Gebrauchsspuren hinaus, kann der Vermieter vom Mieter Schadenersatz (Zeitwert) verlangen. Hier empfiehlt es sich zeitnah Kontakt zum Vermieter aufzunehmen. Besteht eine Privathaftpflichtversicherung sollte dieser der Schaden dann zeitnah gemeldet werden. Diese übernimmt die Regulierung gegenüber dem Vermieter (Abwehr unberechtigter Ansprüche/Leistung berechtigter Ansprüche). Hier lässt sich auch absprechen, ob man zunächst noch den Auszug abwartet. In keinem Fall sollten falsche Angaben gegenüber der Versicherung gemacht werden.
      Herzliche Grüße
      Uwe Wolff

      Antworten
  • 5. Juli 2017 um 12:42
    Permalink

    Guten Tag,

    welcher Paragraph greift wenn ich privathaftpflichtversichert bin und einen Schaden an einer Toilette in einer Wohnung in der ich zu miete wohne verursacht habe (Die Versicherung hat zugestimmt den Zeitwert zu erstatten) Das Problem ist jz. das die Hausverwaltung nicht bereit ist einen Handwerker zu beauftragen. Wie schreibe ich die Hausverwaltung am besten an ?

    Beste Grüße

    Antworten
    • Uwe Wolff
      6. Juli 2017 um 12:33
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      Hallo Malte,
      aus rechtlichen Gründen darf ich keine individuelle Rechtsberatung erbringen, aber durchaus grundsätzliche Hinweise geben.

      “Der Vermieter ist laut BGB dazu verpflichtet, „die Mietsache während der Mietzeit in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu erhalten.“

      Kleinreparaturen können ggf. per Mietvertrag auf den Mieter abgewälzt werden. Sie auch hier

      Der Vermieter müsste also reparieren und kann Ihnen dann die Rechnung stellen. Diese leiten Sie an die Versicherung weiter. Berechtigte Ansprüche (Zeitwert) werden dann gezahlt, unberechtigte (Neuwert) abgewiesen – das ist Aufgabe der Privathaftpflichtversicherung.
      Stellt der Vermieter sich weiter quer, ggf. anwaltlichen Rat einholen.

      Antworten
  • 30. Juli 2017 um 05:58
    Permalink

    Toller Artikel, gefällt mir gut. Ich habe diesen auf FB geteilt und manche Likes hierfür bekommen.
    Weiter so!

    Antworten
  • 8. November 2017 um 19:31
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    Hallo,

    ich habe einen ganz besonderen außergewöhnlich Fall. Am Wochenende ist eine Kuh in unserem Dorf ausgebüchst und in meinen Garten Amok gelaufen und letztendlich in den abgedeckten Pool gefallen. Dabei wurden Massiv die Wände und Poolverkleidung beschädigt. Der Pool ist zu 3/4 im Boden versenkt und drumherum gepflastert.
    Nun stellt sich mir die Frage Zwecks Zeitwert und die Arbeiten drumherum die anfallen würden. Ich bin echt nicht damit zufrieden mir eine Summe X als Zeitwert bezahlen zu lassen und bleibe auf den Kosten für die Arbeit Ansicht sitzen.

    Frage, wie verhält sich das Grundsetzlich? Ich darf doch auch nicht schlechter gestellt werden. Zudem habe ich den ganzen Vorfall als Videomaterial aufgezeichnet.
    Mein Nachbar hat den Fall seiner Tierversicherungshaftpflicht gemeldet.

    Danke Mirko

    Antworten
    • Uwe Wolff
      9. November 2017 um 08:56
      Permalink

      Hallo Herr Scherer,

      das ist ja in der Tat mal ein spektakuläres Schadenereignis.
      Wie immer gilt, dass ich aus rechtlichen Gründen keine individuelle Rechtsberatung erbringen darf, aber durchaus gerne grundsätzliche Hinweise gebe.

      Ein durch Nutztiere verursachter Schaden unterliegt besonderen Regeln, siehe auch hier: Link (Anwaltsauskunft).

      Danach trete die Tierhalterhaftung bei Nutztieren nicht ein, wenn „entweder der Tierhalter bei der Beaufsichtigung des Tieres die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet oder der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden sein würde.“

      Hat also zum Beispiel ein Landwirt die Tiere mit einem stabilen Zaun sicher eingezäunt oder anderweitig ausreichend gesichert und bricht eines der Tiere trotzdem aus, muss er womöglich nicht haften.

      Quelle: Rechtsanwalt Gerhard Kerres vom Deutschen Anwaltverein (DAV) siehe Link oben

      Im schlechtesten Fall könnte sich der Haftpflichtversicherer des Tierhalters also ggf. sogar darauf berufen, dass der Tierhalter nichts falsch gemacht hat und daher keine gesetzliche Haftung vorliegt. Dann sieht der Geschädigte keinen Cent.

      Leistet der Haftpflichtversicherer dennoch, erfolgt die Regulierung aufgrund gesetzlicher Haftung grundsätzlich zum Zeitwert (siehe Artikel). Wenn Sie so oder so mit einer möglichen Ablehnung oder der Höhe der Regulierung nicht einverstanden sind, sollten Sie sich anwaltlichen Rat einholen.

      VG
      Uwe Wolff

      Antworten
  • 12. November 2017 um 17:24
    Permalink

    Hallo ich habe das Problem das ich nach Auszug ein Türblatt reparieren sollte ca 2 cm riss , ich habe Ihn mit Holzleim und einer klemme behandelt und auf einmal bekomme ich im Endabrechnungsschreiben 300 euro für die tür abgerechnet und es wurde behauptet ich hätte es mit Sekundenkleber geklebt und die Tür muss ausgetauscht werden sagt ein Schreiner…. Das andere Problem ist das wir nach dem streichen die ganze Wohnung geputzt haben! Und eine Firma 4.5 Stunden angeblich Farbe weg putzen musste Stundenlohn 35 euro! Und diese Rechnung wurde uns bei gelegt und auf eine Falsche Adresse ausgestellt!!! Ist das rechtens??? Mfg Tanja

    Antworten
    • Uwe Wolff
      15. November 2017 um 09:37
      Permalink

      Hallo Tanja,

      ob das rechtens ist, kann und darf ich nicht beurteilen.
      Bei Beschädigungen (Mietsachschäden) haftet der Mieter grundsätzlich nur zum Zeitwert (siehe Artikel). Ob die Tür ausgetauscht werden musste und wie hoch der Zeitwert war, kann ich nicht beurteilen. Melden Sie den Schaden unbedingt Ihrer Privathaftpflichtversicherung (sofern dort Mietsachschäden inkludiert sind)!

      Das Reinigen der Wohnung bei Auszug ist i.d.R. eine vertragliche Pflicht, die sich aus dem Mietvertrag ergibt und damit nicht in der PHV eingeschlossen.

      Bei Fragen oder wenn Sie den Forderungen nicht nachkommen wollen, holen Sie sich bitte anwaltlichen Rat ein oder wenden sich an einen Mieterschutzverein.

      MfG
      Uwe Wolff

      Antworten
  • 28. November 2017 um 14:00
    Permalink

    Hallo, bezieht sich die MwSt. auf den Zeitwert, oder hat man Anspruch auf 19% MwSt vom neuen Ersatzteil ? zB. Zeitwert ist 1000 EUR, Neuwert vom Ersatzteil ist 1500 EUR + 285 EUR MwSt. Hat man Anspruch auf 1285 EUR ?

    Antworten
    • Uwe Wolff
      28. November 2017 um 14:19
      Permalink

      Hallo Markus,

      im § 249 BGB ist geregelt, dass die MwSt. grundsätzlich dann im Schadensfall mit zu erstatten ist, wenn diese auch tatsächlich angefallen ist. Damit ist die Mehrwertsteuer bei einer Schadensregulierung nur erstattungsfähig, wenn sie auch tatsächlich angefallen ist. Wurde ein Schaden also tatsächlich repariert oder ein Gegenstand ersetzt (also nachweislich gekauft) und kann diesbezüglich eine Rechnung mit Mehrwertsteuer vorgelegt werden, wird die Mehrwertsteuer in aller Regel auch von der Haftpflichtversicherung ersetzt. Die Leistungen der Haftpflichtversicherung sind begrenzt auf den Zeitwert.

      In Ihrem konkreten Fallbeispiel: wenn Sie das Ersatzteil tatsächlich kaufen (Mit MwSt-Nachweis), haben Sie Anspruch auf den Zeitwert inkl. MwSt. Wenn Sie das Ersatzteil nicht kaufen oder keinen MwSt-Nachweis bei der Neubeschaffung erhalten, haben Sie Anspruch auf den Zeitwert exkl. MwSt. Ob der von Ihnen genannte Zeitwert von 1.000,- EUR brutto oder netto ist, kann ich nicht beurteilen.

      Antworten
  • 30. November 2017 um 16:09
    Permalink

    Hallo,

    Meine 2 kleinen Kinder haben bei unserem letzten Aufenhalt in einem Hotel auf einem weißen Ledersessel mit Kugelschreiber gemalt.

    Nun hat sich das Hotel einen neuen Ledersessel beschafft und für die Kosten müssen wir aufkommen (702 euro inkl Lieferkosten)
    Zum Glück haben wir eine Privathaftpflichtversicherung! Diese haben wir informiert…
    Allerdings hat unsere Versicherung nur einen schadenersatz von 85 euro gezahlt und den Fall abgeschlossen, wahrscheinlich den Zeitwert des Sessel berechnet.
    Nun hat sich das Hotel bei mir gemeldet und verlangt von uns den Restlichen Betrag ansonsten wird ein gerichtliches Mahnverfahren eingeleitet.

    Meine Frage nun:
    Müssen wir den Restlichen Betrag für den ganz neuen Sessel zahlen?? Oder dürfen Sie das nicht Verlagen, da der Wert des gebrauchten Sessels schon gezahlt wurde und keine weitere Zahlung mehr gemacht werden muss, da die Versicherung es schon gezahlt hat.
    Oder soll ich die Versicherung bitten gefälligst den ganzen Betrag zu zahlen???

    Ich weiss nicht was ich machen Soll??

    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

    Antworten
    • Uwe Wolff
      1. Dezember 2017 um 10:22
      Permalink

      Hallo Shazia Khan,

      wie immer gilt, dass ich keine Rechtsberatung erbringen darf.

      Bei Kindern wäre ja zunächst immer die Deliktfähigkeit zu prüfen LINK.
      Das hängt natürlich davon ab, in welchem Land der Schaden entstanden ist (welches Schadensersatzrecht gilt).

      Grundsätzlich ist es Aufgabe der Privathaftpflichtversicherung, berechtigte Ansprüche zu begleichen und unberechtigte Ansprüche (der Art und der Höhe nach) abzuwehren, notfalls auch gerichtlich.
      Von daher bietet es sich in einem Fall wie Ihrem an, zunächst mit dem Haftpflichtversicherer zu klären, warum der Schaden nur in dieser Höhe beglichen wurde und den Versicherer zur Abwehr weiterer Ansprüche in die Pflicht zu nehmen. Das weitere Vorgehen ist mit dem Versicherer abzustimmen.

      Bei weiteren Fragen sollte dringend rechtlicher Rat bei einem Anwalt eingeholt werden.

      Antworten
  • 16. Juni 2018 um 11:47
    Permalink

    Mein Neffe (17 Jahre) hampelt mit einem Fidget Spinner rum und trifft meinen Fernseher. Teildefekt Display (sieht echt nicht toll aus)
    Meine Schwester meldet den Schaden, ich bekomme Post vom “Subunternehmen” Control Expert. Scheinbar soll ich mein Gerät einschicken?!
    Bilder des Schadens hat der Sachbearbeiter bekommen. Das Display ist defekt und jeder Händler würde bestätigen, dass es ein wirtschaftlicher Totalschaden ist, der irreparabel ist. Ist ja auch das teuereste am ganzen Fernseher.
    Besteht da wirklich die Notwendigkeit den Fernseher einzuschicken? Ich meine, den kann man ja nicht eben zur Post bringen. Das ist ein 65″ Fernseher, der auf eine Palette müsste und mit einer Spedition von mir zu Hause abgeholt und dann nach Langenhagen zu ControlExpert gebracht werden müsste. Wer zahlt denn die Kosten für Porto und Verpackung bei einem Gerät, bei dem wirtschaftlicher Totalschaden vorliegt?

    Antworten
    • Uwe Wolff
      18. Juni 2018 um 14:34
      Permalink

      Hallo Lars,
      wie immer gilt, dass ich keine individuelle Rechtsberatung erbringen darf.

      Ganz allgemein: Selbstverständlich hat ein Versicherer ein Recht darauf, die beschädigte Sache in Augenschein zu nehmen. Bei Zahlung der Entschädigungsleistung (Zeitwert) bei wirtschaftlichem Totalschaden kann er die beschädigte Sache dann auch einbehalten. Verlangt er die Zusendung, trägt er üblicherweise auch die Kosten. Das kann man aber auch vorab telefonisch absprechen.

      Antworten
  • 5. September 2018 um 19:30
    Permalink

    Hallo
    Ich habe in meiner ehemaligen Wohnung den Küchenfliesenspiegel beschädigt.
    Die Fliesen waren über 23 Jahre alt.Die Haftpflichtversicherung hat den Zeitwert übernommen.
    Der Vermieter möchte den Differenzbetrag von uns erhalten.Gibt es einen Paragraphen in dem es geregelt ist dass ich den Restbetrag nicht zahlen muss,damit ich den Vermieter damit konfrontieren kann und als gute Grundlage für das Schreiben an ihn.
    Mit freundlichen Grüßen
    Karin Göhrig

    Antworten
    • Uwe Wolff
      6. September 2018 um 14:20
      Permalink

      Guten Tag Frau Göhrig,
      wie immer gilt, dass ich keine individuelle Rechtsberatung erbringen darf.

      Ganz allgemein:
      Die Entschädigung zum Zeitwert ist höchstrichterlich gefestigte Rechtssprechung.
      Leiten Sie die Forderung des Vermieters an Ihre Haftpflichtversicherung weiter. Es ist deren Aufgabe unberechtigte Forderungen zurückzuweisen ud nötigenfalls Abwehrrechtsschutz zu gewähren.

      Antworten
      • 30. September 2018 um 19:42
        Permalink

        Hallo Herr Wolff,
        danke für Ihre Antwort vom 6.September.
        Die Haftpflichtversicherung hat leider nichts unternommen…so habe ich eigenhändig einen Brief an den Vermieter geschrieben in dem ich ihm darauf hingewiesen habe dass die Entschädigung des Zeitwertes gerichtlich geregelt sei und ihm zu einen festgesetzten Termin um eine Kenntnisnahme bzw. um eine Stellungsnahme gebeten.
        Die Frist (30.09.2018) ist jetzt vergangen und er hat sich nicht gemeldet. Wie kann ich jetzt weiter vorgehen?

        Mit freundlichen Grüßen
        Karin Göhrig

        Antworten
        • Uwe Wolff
          1. Oktober 2018 um 10:31
          Permalink

          Guten Tag Frau Göhrig,
          sofern Ihr Vermieter weiterhin auf Ausgleich der Differenz zwischen Zeitwert und Wiederbeschaffungswert besteht, sollten Sie das der Haftpflichtversicherung melden und ggf. einen Rechtsanwalt dazu konsultieren. VG Uwe Wolff

          Antworten
  • 27. September 2018 um 11:35
    Permalink

    Hallo Herr Wolff,
    ganz häufig dürfte der Fall auftreten, dass eine Reparatur möglich ist, der Gegenstand aber schon sehr alt und nicht mehr viel wert ist. Wenn also z.B. ein alter, beschädigter Ledersessel durch einen neuen Teilbezug oder die Stoßstange des alten Autos repariert werden kann und die Kosten dafür viel höher sind als der Zeitwert (und auch der Wiederbeschaffungswert): Was schuldet dann der Schädiger bzw. dessen Haftpflicht? Wird dann u.U. einfach nur z.B. 50 EUR bezahlt, obwohl eine sinnvolle Reparatur für allerdings z.B. 350 EUR möglich wäre?

    Danke,

    MD

    Antworten
    • Uwe Wolff
      27. September 2018 um 11:43
      Permalink

      Hallo Herr Döring,

      siehe oben: Liegen die Reparaturkosten einer beschädigten Sache unterhalb des Zeitwertes, werden diese grundsätzlich übernommen, …

      Grundsätzlich wird maximal wird der Zeitwert erstattet.

      Antworten
  • 7. November 2018 um 08:25
    Permalink

    Hallo Herr Wolff,

    wir haben beim Fenstertausch (durchgängig) die davor liegende Heizung durch eine Sanitärfirma kurzfristig demontieren lassen.
    Nach erfolgtem Fenstertausch haben wir die Heizung von der Sanitärfirma wieder anschließen lassen.
    Bei der Montage durch den Monteur ist Wasser ausgetreten. Bei dem Wasserschaden ist das halbe Wohnzimmer unter Wasser gestanden. Dadurch ist der Laminat aufgequollen.
    Die Versicherung der Sanitärfirma möchte uns nur den Zeitwert des Laminats erstatten, obwohl der Verursacher ganz klar feststeht. Wer bezahlt den Rest?

    MfG
    Klaus Lechner

    Antworten
  • Uwe Wolff
    7. November 2018 um 08:50
    Permalink

    Guten Tag Herr Lechner,

    wie immer gilt, dass ich keine Rechtsberatung erbringen darf.

    Ganz allgemein gilt, dass gesetzliche Haftung nur in Höhe des tatsächlich entstandenen Schadens besteht. Der tatsächlich entstandene Schaden ist rechtlich nicht der Neu- oder Wiederherstellungswert, sondern der Zeitwert (siehe Blogbeitrag). Verursacht ein Handwerker im Rahmen seiner Tätigkeit einen Schaden, kommt (sofern vorhanden) seine Betriebshaftpflichtversicherung dafür auf, aber eben nur im Rahmen der gesetzlichen Haftung (=Zeitwert). Das ist bei Ihnen ja nach der Schilderung auch so. Für die Differenz zwischen Zeitwert und Wiederherstellungswert wird dann der Geschädigte selber aufkommen müssen.

    Wenn Sie mit der Regulierungshöhe nicht einverstanden sind, sollten Sie sich an einen Rechtsanwalt wenden, der Sie ggf. bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche unterstützen kann.

    Viele Grüße
    Uwe Wolff

    Antworten
    • 8. November 2018 um 10:08
      Permalink

      Hallo Herr Wolff,

      danke für die schnelle Antwort.
      Ich hätte da noch eine Frage.
      Kann ich die Differenz an meine Haftpflichtversicherung weiterleiten oder muss ich das aus meiner
      Tasche bezahlen?

      MfG
      Klaus Lechner

      Antworten
      • Uwe Wolff
        8. November 2018 um 11:15
        Permalink

        Guten Tag Herr Lechner,

        grundsätzlich sollten Leitungswasserschäden (auch bestimmungswidrig ausgetretenes Wasser aus Heizungssystemen) der Hausrat- und/oder Wohngebäudeversicherung gemeldet werden.

        Antworten

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