In einigen Bundesländern (BE, HH, NW, NI) ist die Tierhalterhaftpflichtversicherung für Hundehalter ja bereits verpflichtend. Wenn man jedoch meint, keine Tierhalterhaftpflichtversicherung zu benötigen, weil man ja in einem anderen Bundesland wohnt, könnte sich das als teurer Fehler herausstellen!

Die unschönsten Geschichten schreibt mitunter die Wirklichkeit. Als ich am heutigen Morgen mit meinem Hund Knuddl vom Spaziergang heimkehrte, traf ich am Ende der Hundewiese an einem Kiesweg auf ein aufgeregtes Grüppchen. Ein Mann lag am Boden, ein anderer telefonierte mit einem Rettungswagen und eine Frau stand sichtlich mitgenommen daneben. Auf dem Weg lagen zwei Fahrräder und zwei größere Hunde hüpfend aufgeregt bellend um die Szene herum.

Was war passiert? Die Hundehalterin und ihre beiden Hunde kamen von einem kleinen Trampelpfad hinter Büschen hervor. Die Hunde unangeleint und ca. 20 m ihrem Frauchen voraus, stürmten auf den befestigten Weg. Ein Fahrradfahrer (der auf dem Boden liegende Mann) konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und stürzte über seinen Lenker vom Fahrrad. Mit Schürfwunden und einer offensichtlich geprellten Schulter blieb er zunächst am Boden liegen. Ein entgegenkommender Radfahrer konnte einen Sturz gerade noch verhindern und kümmerte sich nun um den Gestürzten. Die Hundehalterin kümmerte sich zunächst um sich selbst, nicht um den gestürzten Radfahrer und auch nicht um ihre Hunde. Zum Glück stellte sich heraus, dass der Radfahrer mutmaßlich nicht schwerer verletzt war. Er wurde von einem Passanten zum nächstgelegenen Arzt gefahren. Zuvor bat er die Hundehalterin noch um ihre Personalien. Die Hundehalterin, die keinerlei Schuld bei sich oder ihren Hunden sah (die Umstehenden sahen das ein wenig anders), ging davon aus, dass der Schaden ja „eh durch die Krankenversicherung“ bezahlt würde. Ob sie eine Tierhalterhaftpflichtversicherung hat, konnte sie aus dem Stehgreif nicht beantworten.

Mit dieser Einschätzung, dass keine Forderungen auf sie zukommen, dürfte die Hundehalterin wohl nicht so ganz richtig liegen:

Wird ein Hund nicht als Nutztier gehalten, greift die Gefährdungshaftung, das bedeutet, dass ein Hundebesitzer (ein Haustier) auch ohne ein schuldhaftes Verhalten für alle Schäden in unbegrenzter Höhe haftet, die sein Hund außerhalb vertraglicher Regelungen (z.B. Hundepension) verursacht.
Und das kann teuer werden. Verursacht ein losgerissener Hund beispielsweise einen Verkehrsunfall, haftet der Halter für alle Sachschäden (z.B. Kfz), Personenschäden (u.a. Krankenversorgung, Schmerzensgeld, Reha-Kosten) und Vermögensschäden (Verdienstausfälle). Aber auch ‘einfache’ Personenschäden kann mit Krankenhaus- und Reha-Kosten (Regressansprüche des Krankenversicherers) schnell deutlich über 10.000 Euro Schaden bedeuten.

Von daher sollte jeder Hundehalter, egal ob verpflichtet oder nicht, seinen Vierbeiner ordentlich versichern. Sehr gute Tarife gibt es bereits für kleines Geld. Worauf Sie beim Abschluss achten sollten und welche Tarife wir empfehlen, erfahren Sie gerne auf Anfrage.

Tierhalterhaftpflichtversicherung – immer ein MUSS!
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