Unternehmen der IT-Branche benötigen einen speziellen Versicherungsschutz!

Mal im Ernst, haben Sie schon einmal einen Ihrer Dienstleister oder Handwerker vor Auftragserteilung gefragt, ob und wie er versichert ist, falls er bei Ihnen einen Haftpflichtschaden verursacht? Nein!?

Wenn ein Handwerker oder Dienstleister bei Ihnen einen größeren Schaden anrichtet, ggf. sogar mehrere hunderttausend oder gar Millionen Euro, möchten Sie doch eigentlich diesen Schaden ersetzt bekommen. Wenn der Schädiger aber nicht über ausreichend finanzielle Mittel verfügt, bleibt der Geschädigte auf seinem Schaden sitzen, es sei denn, der Schädiger war ausreichend und richtig versichert.

Und die Frage sollte auch nicht als Zeichen des Misstrauens gewertert werden, denn ein ordentlich arbeitender Handwerks- oder Dienstleistungsbetrieb sollte die betrieblichen Haftungsrisiken auch ordentlich abgesichert haben – ganz unabhängig von der Rechtsform oder der Betriebsgröße und im Sinne der Kunden.

Besonders im Bereich der IT-Dienstleistungen ist mir nun an einigen Beispielen (vom kleinen Einzelunternehmer bis zur umsatzstarken Kapitalgesellschaft) aufgefallen, dass hier mitunter kein ausreichender oder passender Versicherungsschutz besteht. Denn neben den üblichen Personen- und Sachschäden sollten gerade für IT-Betriebe auch (echte) Vermögensschäden versichert sein und nicht nur die sogenannten unechten Vermögensschäden.

Der Vermögensschaden

Ein Vermögensschaden ist die (schuldhafte) Herbeiführung eines geldwerten Nachteils einer Person oder einer Personenmehrheit.

Der unechte Vermögensschaden

Der unechte Vermögensschaden stellt den Folgeschaden eines Personen- oder Sachschadens dar.
Beispiele:

  • Ein Dienstleister schüttet seinen Kaffee in einen PC und beschädigt dadurch die Festplatte. Der Datenverlust, die Datenrettungskosten und ggf. der Verdienstausfall stellen einen Folgeschaden des Sachschadens dar.

Derartige Folgeschäden sind meist im Rahmen der Betriebshaftpflichtversicherung als (unechte) Vermögensschäden versichert. Irrtümlicherweise glauben die Versicherten, dass sie gegen alle Vermögensschäden versichert sind.

Der echte Vermögensschaden

Als echten Vermögensschaden bezeichnet man Situationen, bei denen weder eine Person noch eine Sache unmittelbaren Schaden erleidet, durch schuldhaftes Verhalten aber einem Dritten ein finanzieller Schaden zugefügt worden ist. Derartige Vermögensschäden sind nicht Bestandteil üblicher Berufshaftpflichtversicherungen.

Besonders im Einsatzbereich der IT führen Schäden häufig zu einem Vermögensschaden des Kunden oder eines sonstigen Dritten.
Beispiele:

  • Programmierfehler
  • fehlerhafte Implementierung von Software
  • Beratungsfehler
  • Schäden durch verzögerte Leistungserbringung
  • Schäden durch mangelhafte Wartung / Betreuung
  • Sicherheitslücke in einem IT-System
  • Verletzung von Schutz- und Urheberrechten
  • Verletzung von Persönlichkeitsrechten
  • Verletzung von Geheimhaltungspflichten
  • Schäden durch Viren oder Malware

Der Eintritt eines der genannten typischen Schadenbeispiele kann folglich für den Geschädigten (Sie) und den Schädiger (den IT-Dienstleister) existenziell gefährdend sein.

Wenn Sie einen IT-Dienstleister beauftragen, sollten Sie sich also vorher vergewissern, ob und wie Ihr Dienstleister versichert ist. Sind die Daten erst einmal weg oder bei unbefugten Dritten gelandet, oder sehen Sie sich Schadenersatzansprüchen aus Rechteverletzungen ausgesetzt, ist es zu spät.


Vermögensschadenhaftpflicht – spezieller Schutz für IT-Dienstleister
Markiert in:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.